Vom Filofax zum Onko-Ordner

[Unbezahlte Werbung/Anzeige – Nennung von Marken- und Sortennamen, Unternehmen usw. Alle genannten Artikel wurden aus meiner eigenen Brieftasche bezahlt]

Das Jahr 2020 ist wahrscheinlich für uns alle etwas anders verlaufen, als wir es uns am letzten Silvesterabend vorgestellt und erhofft hatten. So erging es auch mir, als ich in die Planung und den Aufbau meines Blogs Zeit investiert und mir Gedanken über mögliche Beiträge gemacht habe, die ich mit euch teilen wollte.

Ich bin großer Fan und Bewunderer der Planer-Community, der Filofax-Kreativen, Doodle-Künstler sowie der Sammler von Stempeln und Washi-Tapes und darüber hinaus verneige ich mich vor den vielen kreativen und begabten Menschen, die mit Project Life oder Scrapbooking ihre Geschichten auf so wundervolle Weise dokumentieren. Ihr alle motiviert mich immer wieder Neues auszuprobieren und ich kann euch allen gar nicht genug dafür danken, denn zu Stift und Papier zu greifen, hilft manchmal den Lärm der Welt für einen Moment auszuschalten und Sorgen zu vergessen.

Aktuell kann ich euch leider keine aufsehenerregenden Kalender-Seiten im Filofax präsentieren, weil mir dank Chemo-Brain die Konzentration fehlt, aber ich dachte mir, dass mein “Kalender 2020” vielleicht anderen Patienten helfen könnte, ein bisschen Ordnung in den Alltag mit Diagnose Schnarchapfel (Krebs) zu bekommen.

Mein verlässlichler Partner: der Filofax Original in Yellow

Seit 2014 benutze ich einen gelben Filofax Original in der Größe A5 und trotz des hohen Anschaffungspreises kann ich den Organizer jedem ans Herz legen, der schon länger mit dem Gedanken spielt, sich auch einen zu kaufen. Die Verarbeitung ist hochwertig, die Spiralbindung und der Druckknopf der Verschlusslasche funktionieren immer noch wie am ersten Tag und die Farbe Yellow macht mir auch nach einigen Jahren weiterhin Freude.

Durch meine Diagnose haben sich meine Anforderungen an den Kalender geändert und schon allein aus Platzgründen habe ich mich entschlossen, die Kalendereinlagen vom Filofax in einen 8 cm breiten A5-Ordner umzuheften und den Ordner in einen Kalender umzuwandeln. Kurzerhand habe ich dazu die Register mit dem Standardlocher auf die Spiralbindung des Ordners angepasst und die Aufteilung “Onko-Freundlich” umstrukturiert. Den Anfang macht eine Klarsichthülle in der sich der Nachsorgekalender befindet. Dieser Nachsorgekalender wird von der Onkologie ausgestellt und umfasst alle Behandlungen und Medikamente, die verabreicht wurden. Er dient auch als Nachschlagewerk für andere Ärzte. Die Klarsichthülle ist darüber hinaus sehr praktisch, wenn man diese kleinen, losen Zettel mit dem nächsten Termin überreicht bekommt. Bevor also lose Zettel in Hosen- oder Handtaschen verschwinden, finden sie ihren Platz in der Klarsichthülle.

Die einzelnen Register habe ich unspektakulär mit selbst gemachten “Tabs” versehen. Sie bestehen aus einem Stück alten, dünnen Karton und mit einem Etikettendrucker habe ich die Beschriftungen ausgedruckt. Um die Stabilität zu erhöhen, sind die Tabs mit durchsichtigem Klebeband verstärkt, was aber zur Folge hatte, dass die Beschriftung ausgeblichen ist. Wundert euch also nicht, wenn ich die Beschriftung nochmal mit einem schwarzen Stift nachgeschrieben habe.

Dieses Jahr bin ich auf Kalendereinlagen von Chronoplan (Avery Zweckform) umgestiegen, nachdem ich einige Jahre die Variante “Eine Woche auf zwei Seiten” in Verwendung hatte. Wenn man pro Tag eine Doppelseite zur Verfügung hat, bleibt neben der Planung von Terminen und Aufgaben noch genügend Platz für Gedanken. Ich schreibe Tagesereignisse auf, die mich beschäftigen und die ich in meine Project Life Fotobücher integrieren will. Die linke Seite bietet sich aber auch für Dankbarkeitslisten an oder im Krankheitsfall für Notizen zum täglichen Befinden.

Nach dem Kalender folgen Register, die ich zur Organisation meines Schnarchapfels benötige. In einem allgemeinen Onkologie-Abteil befinden sich die Notrufnummer der Praxis und meine Medikamentenpläne. Im Bereich Blutbilder hefte ich (selbsterklärend) die Ergebnisse der Blutkontrollen ab. Danach folgen Aktionsplan, Überweisungen und Berichte.

Ich führe einen sogenannten Aktionsplan – also eine Tabelle, in der ich aufschreibe, wann ich einen Arzttermin hatte und was dort passiert ist (z. B. Blutabnahme, Chemo, Ultraschall, MRT, usw.). So habe ich immer einen Überblick darüber, wann welche Untersuchung gemacht wurde und kann sämtlichen Ärzten mitteilen, wann was gemacht wurde.

Im Bereich Überweisungen befinden sich 2-3 Klarsichthüllen, in denen ich die Überweisungsscheine z. B. für ein MRT unterbringen kann, bis ich sie brauche.

Und im letzten Abschnitt, bei den Berichten, hefte ich alle schriftlichen Berichte ab, die ich erhalten habe. Auch hier sind Klarsichthüllen sehr praktisch, um CDs beispielsweise von MRT-Aufnahmen aufzubewahren.

Zwar nimmt dieser Ordner viel Platz in einer Handtasche oder einen Rucksack ein, aber für mich ist er ein praktischer Begleiter in einer turbulenten Phase meines Lebens geworden, weil der Ordner mir die Möglichkeit gibt, alles Wichtige an einem Ordner zu sammeln und für meine Arzttermine griffbereit zu haben. Es hört sich vielleicht kompliziert an, aber man gewöhnt sich schnell an die Struktur und ich hoffe von ganzem Herzen, dass dieser Ordner ein Beispiel und guter Begleiter für Menschen sein kann, die sich aufgrund ihrer Erkrankung mit umfangreichem Papierkrieg auseinandersetzen müssen.

Bleibt weiterhin stark! Denn aufgeben ist keine Option!

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