Ein paar Gedanken zur aktuellen Lage

In den letzten Tagen war es hier wieder verdächtig ruhig. Viel ruhiger, als es mir lieb ist, aber ich übe mich weiterhin in Geduld und verfolge das Motto: “Immer schön einen Schritt nach dem anderen.”

Die kurze Ruhepause auf meinem Blog ist einigen organisatorischen Punkten geschuldet gewesen. So zum Beispiel habe ich mich viel mit dem Thema Wiedereingliederung in meinem geliebten Beruf beschäftigt. Ich habe hierzu eingie Gespräche geführt, in mich reingehört, organisiert und abgestimmt. Mit dem Beginn der Wiedereingliederung schließe ich auch gedanklich das Thema Brustkrebs für mich vorerst ab und auch die tollen Ergebnisse bei der letzten Nachsorge-Untersuchung bei meinem Onkologen geben Hoffnung, dass wir uns so langsam wieder entspannen und uns in den Alltag zurücktrauen dürfen.

Ein weiterer Grund für die Pause liegt bei mir. Mittlerweile merke ich den Corona-Koller, den viele um uns herum auch schon entwickelt haben. Ich fühle mich zeitweise entmutigt. Schwanke zwischen Hoffnung, Versuchen von Selbstmotivation à la “Wir schaffen das!” und Traurigkeit. Wie viele andere möchte ich so gern in mein unbeschwertes Leben zurück, in dem ich mich mit meinen Leuten treffen konnte und in eine Zeit, in der eine herzliche Umarmung Alltag ist und nicht wie eine blasse Erinnerung aus einem anderen Leben erscheint.

In den letzten Wochen habe ich mein Project-Life-Fotobuch so dermaßen vernachlässigt, dass ich mich als “Storytellerin” und “Fotojunky” der Familie kaum wiedererkenne. Dieses Jahr gab der tägliche Rhythmus aus Bestrahlungen, Arztbesuchen und Wir-bleiben-Zuhause-wegen-Corona keine aufregende Dokumentationsgrundlage.

Auf der anderen Seite könnte ich wohl 2 Fotobücher mit den Schnappschüssen aus der Reha-Klinik füllen. Wenn ich mit den Reha-Mädels unterwegs war, haben wir viele tolle Aufnahmen von der Natur und dem Gebirge um die Klinik herum gemacht (An dieser Stelle grüße ich meine Reha-Mädels ganz herzlich!). Ich möchte mich baldmöglichst dazu aufraffen, an meinem Fotobuch weiterzuarbeiten, weil mir dieses Hobby wirklich sehr am Herzen liegt und ich euch daran teilhaben lassen möchte.

Um es kurz zu fassen: Es gibt zu berichten, dass es soweit nichts neues zu berichten gibt. Wir telefonieren mit Verwandten, wir skypen mit Freunden und wenn wir alle nicht in Jogginghose vor einer Kamera herumlungern, häufen sich die Textnachrichten. Aber im Grunde ist alles beim Alten. Alle warten auf ihren gewohnten, geliebten Alltag, der uns alle so gleichermaßen Spaß macht, als auch auf die Nerven gehen kann.

Aktuell drückt auch das Wetter ein bisschen auf die Motivation. Neben mir stehen selbst gezogene Tomaten-, Chili- und Kürbispflanzen und warten darauf, dass sie ihre Plätze im Garten einnehmen dürfen, aber wenn es nachts unter 8°C fällt, der Wind böig pustet und eigentlich Dauerregen stattfindet, fällt es mir schwer daran zu glauben, dass es den Pflänzchen draußen gut gehen würde.

Mein Mann und ich vertreiben uns die Freizeit mit Spaziergängen, soweit es die Witterung zulässt. Wenn man ständig Zuhause rumhockt, wird man ja noch wahnsinnig. Um auf neue Gedanken zu kommen und mich gehörig herauszufordern, versuche ich mich zur Zeit an Aquarell-Malereien, die ich eigentlich für mein Fotobuch erstellen will.

Vielleicht schaffe ich es, bei meiner Patchwork-Decke weiterzunähen und euch daran teilhaben zu lassen. Es ist immer noch ein Wechsel zwischen Konzentrationsfähigkeit und Motivation. Ich hoffe, dass sich das bessern wird.

Nachdem mir das Schreiben doch tatsächlich dabei geholfen hat, meinen Mut wiederzufinden, mache ich mich an was Kreatives.

Bleibt gesund! Bis bald! 🙂

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