Mein selbst genähtes Body-Double

Nachdem mich das Näh-Virus infiziert hat und ich mittlerweile auch ein großes (Jersey- und Sweatshirt-)Stoffsuchtproblem entwickelt habe, musste ich mir eingestehen, dass ich ein irrationales Bedürfnis nach dem Erwerb einer Schneiderpuppe hatte. Ich wollte aber keine fertige Schneiderbüste kaufen, sondern aus den vorhandenen Materialien selbst eine nähen.

Bei meiner Onlinerecherche bin ich schließlich auf einen Anbieter gestoßen, bei dem man seine Körpermaße eingeben kann und die angegebenen Maße werden zu einem Schnittmuster umgerechnet, das man am heimischen Drucker ausdruckt. Die einzelnen Seiten werden wie bei PDF-Schnittmustern üblich, zusammengeklebt.

Danach schneidet man die Einzelteile zuerst aus Papier und dann aus Stoff zurecht und ganz unkompliziert kann man sich gleich an die Nähmaschine setzen und mit dem Nähen loslegen.

Nachdem alle Einzelteile der Büste zusammengenäht sind, füllt man die Schneiderpuppe und taddaaa! fertig ist das personalisierte, selbst genähte Body-Double.

Meine Puppe ist mir nicht ganz fehlerfrei gelungen, denn an manchen Stellen habe ich mir schwergetan der Anleitung zu folgen bzw. hatte ich Meinungsverschiedenheiten mit meiner Nähmaschine. Somit ist mir die Verarbeitung nicht perfekt gelungen, aber ich sehe das nach dem Prinzip “Done is better than perfect”. Online habe ich aber ein paar ganz tolle Büsten von anderen Näherinnen oder Nähern gesehen, die sich wirklich sehen lassen können! Müsste ich sie noch einmal anfertigen, würde ich einen Baumwollstoff in einer anderen Farbe wählen, damit man die Nahtzugaben nicht mehr durchscheinen sieht. Ich muss aber zugeben, dass ich soweit mit meiner Version dennoch zufrieden bin, denn die Büste wird ihren Zweck erfüllen und darauf kommt es mir an.

Für meine Schneiderpuppe habe ich weißen Baumwollstoff verwendet, den ich nach der “Community-Masken-Selbst-Näh-Aktion” für Freunde und Family noch in meinem Fundus übrig hatte. Gefüllt ist sie teilweise mit Stoffresten und -stücken, die nach dem Zuschneiden übrig blieben und für die ich keine anderweitige Verwendung gefunden hatte. Den noch fehlenden Rest habe ich mit Bastelwatte gefüllt, die man zum Beispiel für selbst genähte Stofftiere oder Kissen erwerben kann.

Die Schneiderbüste wird durch ein Kunststoffrohr aus dem Baumarkt aufrecht gehalten. Um sie aufstellen zu können, hat mir mein Admin einen Adapter mit dem 3D-Drucker angefertigt, der das Kunststoffrohr mit einem alten, ausrangierten Kamerastativ verbindet. Auf diese Weise konnten wir das Stativ wiederverwenden und ich kann die Büste problemlos drehen bzw. in der Höhe verstellen.

Ihr werdet die Schneiderbüste sicherlich nun öfter zu sehen bekommen, denn damit kann ich meine selbst genähten Kleidungsstücke besser zeigen.

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